Wolfgang Caspar Printz

Wolfgang Caspar Printz, geb. am 10. Oktober 1641 in Waldthurn, Oberpfalz; gestorben am 13. Oktober 1717 in Sorau war Musiker, Komponist und Musikschriftsteller. Nach Lehr- und Studienjahren gelangte Printz im Alter von 21 Jahren in die damalige Kulturmetropole Dresden, wo ihm die Stelle des Kapellmeisters am Hofe des kunstfreudigen schlesischen Magnaten Reichsgraf Erdmann I. von Promnitz angeboten wurde. 
 
Nach dem Tod seines Brotgebers im Jahre 1664 akzeptierte er eine Stelle als Kantor an der Sorauer Kirche, gründete eine Familie und verbrachte die nächsten 52 Jahre in emsiger Tätigkeit als Komponist wie auch als Autor musikhistorischer Schriften, die ihm den Respekt der musikalischen Welt ganz Deutschlands eintrugen. Unter Erdmann II. von Promnitz übernahm er erneut die Direktion der Hofkapelle, bis der junge Georg Philipp Telemann 1704 als sein Nachfolger eingesetzt wurde. Printz war zu dem Zeitpunkt 75 Jahre alt.
 
In seinen Veröffentlichungen verwies er regelmäßig auf seinen Geburtsort: "Mein Vaterland ist die Oberpfalz. Der Ort, an welchem ich geboren, heisset Waldthurn. Allhier bin ich Anno 1641, den 10. Octobris, morgens früh um 6 Uhr geboren worden". Die Marktgemeinde ist sich ihres großen Sohnes bewusst. Die Grundschule Waldthurn trägt schon seit 1992 seinen Namen. Aus Anlass des 300. Todestages wurde bei einem Festakt im Rathaus eine Gedenktafel enthüllt. 


 
Die Werke von Printz wurden leider wieder vergessen und sind heute relativ unbekannt, obwohl er einer der bekanntesten Musiktheoretiker und Komponist seiner Zeit war. Seine Unterlagen und Manuskripte ruhen in verschiedensten Archiven der Republik.
 
Der ehemalige Seminarrektor Georg Schmidbauer (aus dem Ortsteil Bernrieth) und der Musikwissenschaftler Karl-Heinz Malzer erforschen federführend die Arbeit und die Veröffentlichungen des genialen Musikers. Immer mehr Noten gelangen an das Tageslicht und können genutzt werden. Was wäre angemessener, als die neuen musikalischen Schätze dem Publikum in Waldthurn, seiner Geburtsgemeinde, vorzustellen. 
 

Einige seiner Veröffentlichungen:

·         Compendium musicae: In quo breviter ac succinctè explicantur et traduntur .Gruber, Guben 1668
·         Phrynis oder satirischer Componist, welcher die Fehler der ungelehrten Componisten höflich darstellet. Quedlinburg 1676
·         Exercitationes Musicalische Wissenschafft und Kunstübungen, 8 Teile. Dresden 1687–89
·         Historische Beschreibung der edelen Sing- und Kling-Kunst. Mieth, Dresden 1690